Made in anderswo: Verkaufen deutsche Traditionsmarken ihre Seele?
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Made in anderswo: Verkaufen deutsche Traditionsmarken ihre Seele?
Ein Faschingsfoto bei Trigema, leere Sammelbild-Versprechen und das Aus für das Playmobil-Werk in Dietenhofen: In meiner ersten Solo-Folge von Edelreudig frage ich, was von „Made in Germany“ bleibt – und warum es an unserem Einkaufskorb hängt.
In der Folge #18 vom Edelreudig-Podcast saß ich zum ersten Mal allein vor dem Mikrofon. Kein Gast, nur ich und die Themen, die mir seit Wochen im Kopf herumgehen. Der rote Faden war schnell gefunden: Was passiert eigentlich mit „Made in Germany“, wenn immer mehr Traditionsmarken ihre Seele verkaufen – und welche Rolle spielen wir dabei mit unserem Einkaufskorb? Hier fasse ich die wichtigsten Gedanken der Folge zusammen. Alles, was folgt, ist meine persönliche Meinung, kein Journalismus.
Ein Faschingsfoto, das bei mir hängen blieb
Der Auslöser war ein LinkedIn-Post von Trigema zum Fasching. Eigentlich eine nette Idee: Die Belegschaft feiert, man zeigt sich mitarbeiterfreundlich. Auf dem Bild trugen die Leute aber Kostüme, die nach globaler Billig-Massenware aussahen. Ich weiß, das ist pedantisch. Aber ausgerechnet bei einer Marke, die seit Jahrzehnten für Produktion in Deutschland steht, hatte das für mich ein „Geschmäckle“. Mit ein bisschen Kreativität hätte man auch mit kleinem Budget etwas Lustiges aus dem eigenen Sortiment oder alten Beständen machen können.
Mir geht es dabei weniger um das eine Foto als um die Frage dahinter: Wie passt das Markenversprechen zum öffentlichen Auftritt? Seit dem Generationswechsel in der Geschäftsführung habe ich den Eindruck, dass die Marke mehr auf Auftritte bei kleineren YouTube-Kanälen setzt. Grundsätzlich finde ich das gut, kleine Creator verdienen eine Chance. Ich frage mich nur, ob es dabei einen strategischen Filter gibt – also wer da vom Ruf einer Traditionsfirma profitiert und welche Kundschaft man damit anzieht. Mein Wunsch an solche Unternehmen: sich ruhig einmal eine externe Einschätzung zum gesamten öffentlichen Auftritt holen. Ich wünsche der Firma und der Familie dabei von Herzen alles Gute.
Wenn die Verpackung mehr verspricht als drin ist
Ein zweites Beispiel aus dem Supermarkt: Ich bin mit den Fußball-Sammelbildern aus Hanuta und Duplo groß geworden. Als ich vor ein, zwei Jahren wieder zugegriffen habe, weil groß mit den Bildern geworben wurde, war keins drin. Stattdessen sollte man Codes oder Treuepunkte sammeln und einschicken. Für mich war das eine echte Enttäuschung – und so eine Enttäuschung kostet eine Marke auf Dauer mehr Vertrauen, als die Aktion kurzfristig einbringt.
Das ist für mich dasselbe Muster wie bei der Shrinkflation: weniger Inhalt bei gleichem Preis und gleich großer Verpackung. Und es passt zu vielen Ferienwohnungen, die auf Fotos toll aussehen und vor Ort seelenlos eingerichtet sind – Leinwand-Stockfotos an der Wand, aber kein scharfes Messer, kein Korkenzieher, zu wenig Klopapier. Ich fände einen verlässlichen Standard für Ferienwohnungen sinnvoll, so wie es ihn mit den Sternen in der Hotellerie gibt.
Playmobil: das Ende eines Werks
Am meisten beschäftigt hat mich in der Folge die Nachricht, dass Playmobil sein Werk im fränkischen Dietenhofen schließt. Laut Medienberichten waren rund 350 Beschäftigte betroffen, die Produktion lief Ende Juni 2026 aus, seitdem wird nur noch im Ausland gefertigt, vor allem in Malta und Tschechien. Inzwischen ist das Werk geschlossen, das Inventar wurde versteigert. Als Gründe nannte das Unternehmen vor allem zu hohe Lohn- und Produktionskosten in Deutschland.
Allen, die dort gearbeitet haben, und ihren Familien tut mir das wirklich leid. Mich überzeugt die Begründung trotzdem nicht ganz. Wer sieht, was ein Playmobil-Set heute kostet, fragt sich, warum sich die Produktion in Deutschland nicht mehr rechnen soll. Ich bin kein BWLer, aber ich bin überzeugt, dass man ein Unternehmen auch so aufstellen kann. Für mich persönlich ist die Konsequenz klar: Wenn Playmobil nicht mehr in Deutschland produziert, fällt für mich ein wichtiger Kaufgrund weg.
Briefmarkensammeln: ein analoges Hobby mit viel Geschichte. KI-generiertes Bild (Canva)
Ein Hobby von früher: Briefmarken
Zwischendurch wurde es in der Folge auch nostalgisch. Als Kind habe ich Briefmarken gesammelt, vor allem Deutschland, die ehemalige DDR und die USA. Angefangen hat das bei einer älteren Dame, die für mich so etwas wie eine Ersatz-Oma war. Sie erzählte mir, dass sie nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Briefmarkenalbum gegen einen Sack Kartoffeln eingetauscht hat. Wir haben Marken im Wasserbad abgelöst, sortiert, getauscht und nachgeschlagen, was auf ihnen abgebildet ist – eine Mischung aus Geschichte, Kunst und Sammeln.
Ich glaube, dass solche analogen Hobbys zurückkommen, gerade weil Briefmarken im Alltag immer seltener werden. Einsteigen ist günstig: Freunde und Verwandte bitten, Marken aufzuheben, und schon hat man die ersten Stücke. Ganze Sammlungen gibt es inzwischen oft für wenig Geld auf Kleinanzeigen-Portalen. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Alben nicht im feuchten Keller lagern, sonst kleben die Marken fest.
Asbest: eine Warnung, die mir wichtig ist
Als gelernter Handwerker wollte ich noch etwas loswerden: Asbest ist nicht Geschichte. Das Material steckt in vielen älteren Gebäuden, etwa in alten Kleber- und Bettungsmaterialien, in Faserzementplatten an Dächern und Fassaden oder in alten Blumenkübeln und Balkonverkleidungen. Eingeatmete Fasern können schwere Erkrankungen auslösen. Wer ein älteres Haus kauft oder ein altes Bad herausreißen soll, sollte vorher Proben nehmen und auf Asbest untersuchen lassen – und im Zweifel die Finger davon lassen. Genauso wichtig finde ich Gehör-, Augen- und Handschutz bei der Arbeit. Ich bin übrigens wahrscheinlich einer der wenigen, die beim Staubsaugen Gehörschutz tragen.
Lokale Läden gibt es nur, solange wir dort auch einkaufen. KI-generiertes Bild (Canva)
Mein Fazit: Werte erhält man mit dem Einkaufskorb
Am Ende lief alles auf einen Gedanken hinaus: Wenn wir auch in Zukunft Produkte von deutschen Firmen wollen, die in Deutschland hergestellt werden, müssen wir sie auch kaufen. Das gilt für Traditionsmarken genauso wie für den kleinen Fotoladen, der noch Analogfilme entwickelt, oder für inhabergeführte Geschäfte im Ort. Wer sie behalten will, muss sie unterstützen.
Und noch ein Gedanke, der mir zum Schluss der Folge wichtig war: Wir machen uns oft viel zu viele Gedanken darüber, was andere über uns denken. Also macht euer Ding.
Was ist euch im Alltag aufgefallen, das eigentlich längst anders laufen müsste? Schreibt es mir gern in die Kommentare unter der Folge. Edelreudige Grüße, euer Felix
Die ganze Folge
Die komplette Solo-Folge hört und seht ihr im Edelreudig-Podcast, Folge #18 „Made in anderswo – Verkaufen deutsche Traditionsmarken ihre Seele?“ (Länge: rund 52 Minuten).
KI-Hinweis: Dieser Artikel wurde auf Grundlage meiner Solo-Folge überwiegend mit KI formuliert. Grundlage war das automatische Transkript der Folge, Aussagen sind sinngemäß wiedergegeben. Die Angaben zur Playmobil-Werksschließung wurden mit Medienberichten abgeglichen. Alle Bilder in diesem Artikel sind KI-generiert (Canva) und zeigen keine realen Orte oder Firmen. Die Hinweise zu Asbest ersetzen keine fachliche Beratung.
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